Erfolge und Herausforderungen in Südafrika

Manchen erscheint es auch jetzt noch wie ein Wunder: Der Übergang von Apartheid zu Demokratie in Südafrika verlief weitgehend friedlich. Nelson Mandelas Ideen von Versöhnung und Dialog sind bis heute Staatsziele. Das Projekt einer „Regenbogennation“ des friedlichen Zusammenlebens vieler Völker aller Hautfarben in einem Staat Südafrika ist auf einen guten Weg gebracht.

Inzwischen trägt die Demokratie und Wirtschaftsmacht Südafrika zu Frieden, Sicherheit und Entwicklung auf dem gesamten afrikanischen Kontinent bei. Im Land bleiben jedoch viele Herausforderungen:

Armut. Auch 16 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist die Mehrheit der Bevölkerung nach internationalen Maßstäben arm. Zukunftschancen sind ungleich verteilt. Trotz eines BIP von 5.890 US$ (2008) pro Kopf leben 42,9% der Südafrikaner von weniger als 2 US$ am Tag.

Ungleichheit und Arbeitslosigkeit. Gemessen am Gini-Koeffizienten ist Südafrika eines der Länder mit den größten Einkommensunterschieden. Es liegt bei 57,8 von 100 (absolute Ungleichheit; Deutschland: 28,3). Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei 24,5%, inoffiziell wird von 40% ausgegangen.

Kriminalität. 50 Tötungsdelikte und 870 Einbrüche täglich sind auch die Folge von Perspektivlosigkeit, Armut, Ungleichheit, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Grundversorgung der Bevölkerung. Bevölkerungswachstum, der komplexe Umbau der öffentlichen Verwaltung nach der Apartheid sowie Ausbildungsmängel machen eine flächendeckende Grundversorgung zu einem langwierigen Prozess.

HIV&AIDS. Nirgendwo auf der Welt wüten HIV&AIDS so sehr wie in Südafrika. Mit einer Prävalenzrate von 10% ab 2 Jahren und 18,2% unter den 15-49-Jährigen sowie offiziell 1.000 AIDS-Toten pro Tag ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung und Aufklärung zwingend.

Klimawandel. Das Schwellenland Südafrika ist wegen der starken Nutzung von Kohle einer der weltweit größten CO2-Emittenten (Rang 11 absolut) und benötigt zur Erreicherung seiner Entwicklungsziele noch weit mehr Energie.

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