HIV&AIDS Prävention

Das multisektorale HIV&AIDS Präventionsprogramm der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Südafrika unterstützt einen gemeinsamen Ansatz zur Reduzierung von HIV-Neuinfektionen sowie zur Stärkung der sozialen Stabilität des Landes und der Region. Der geographische Fokus liegt auf zwei Provinzen, Mpumalanga und dem Eastern Cape. Andere Provinzen, in denen derzeit Programmaktivitäten stattfinden, sind KwaZulu-Natal, Limpopo, Northern Cape und North West.

Das Ziel auf Programmebene lautet: Gefährdete Bevölkerungsgruppen nutzen vermehrt adäquate Dienst- und Unterstützungsleistungen aller Sektoren zur HIV-Prävention. Die folgenden drei Indikatoren werden genutzt, um den Erfolg des multisektoralen Präventionsprogrammes zu evaluieren:

  1. Verringerung der Anzahl der HIV- und TB-Neuinfektionen bis 2016 um 50%.

  2. Positive Veränderung des Wissens, der Einstellung und des Verhaltens in Risikogruppen hinsichtlich der Vermeidung von HIV-Infektionen und der Stigmatisierung von HIV/AIDS-Betroffenen.

  3. Erhöhung der Rate von Menschen in den Interventionsregionen, die sich in den vorangegangenen 12 Monaten einem HIV- und TB-Test unterzogen haben, in qualifizierten „HIV Counselling and Testing“-Zentren aufgeklärt worden sind und ihren HIV- und TB-Status kennen, um 5% bis 2013 und auf mindestens 85% bis 2025.

Zielgruppe sind die Bevölkerungsgruppen, die einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind oder besonders unter den Auswirkungen der Epidemie leiden.

Aktuelle Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im HIV&AIDS-Bereich sind:

Stärkung der Kapazitäten der AIDS-Beiräte und relevanter Akteure in ausgesuchten Provinzen

Um die erfolgreiche Implementierung einer multisektoralen HIV&AIDS Präventionsstrategie auf allen Ebenen sicherzustellen, unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die südafrikanischen AIDS-Beiräte auf nationalem Level (South African National AIDS Council, SANAC) sowie in Provinzen und Distrikten dabei, ihre Kapazitäten in einem gezielten Multi-Stakeholder-Ansatz auszubauen. Dabei stehen Wissens¬management und Organisationsentwicklung im Vordergrund. Der neue ‘National Strategic Plan (NSP) for HIV and AIDS, STIs and TB 2012-2016’ sowie die ‘Provincial Strategic Plans (PSP)’ dienen als strategische Richtlinien.

Förderung von ausgewählten NRO

Die deutsche EZ unterstützt ausgewählte NRO in der HIV-Prävention bei der Entwicklung und Umsetzung inno¬¬vativer HIV-Präventionsinterventionen und der Bekämpfung von Stigma, insbesondere bezogen auf junge Menschen (loveLife) und die Arbeit mit Gemeinden (Nelson Mandela Foundation).

Förderung der flächendeckenden Bereitstellung von „HIV Counselling and Testing“ (HCT)

In Zusammenarbeit mit staatlichen, zivil¬gesellschaftlichen und privatwirtschaftlichen Dienstleistern wird die Bereitstellung von „HIV Counselling and Testing“ (HCT) in ausgesuchten Provinzen gefördert, wobei ein Fokus auf einen integrierten Ansatz zur HIV&TB Erkennung und innovativer HIV&AIDS-Aufklärung sowie auf mobile Dienstleistungsanbieter gelegt wird.

Beitrag zur sozialen Absicherung von Waisen und schutzbedürftigen Kindern (OVC)

Die deutsche EZ leistet einen Beitrag zur sozialen Absicherung von Waisen und schutzbedürftigen Kindern. Dies geschieht im Sinne langfristiger struktureller Prävention insbesondere für Mädchen und junge Frauen, die besonders vom Verlust der Eltern betroffen sind, wenn sie deren Rolle in der Familie übernehmen müssen.

Stärkung von Mittlerorganisationen im Privatsektor

Mit Fokus auf kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt und implementiert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Arbeitsplatzprogramme zu HIV&AIDS und Gesundheitsförderung (AWiSA). Um einen regionalen Informations- und Erfahrungsaustausch zu fördern, wurde eine internetbasierte Plattform für Wissensmanagement in Subsahara Afrika erstellt (AWiSA Network).

Errichtung von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft

Die Kooperation zwischen staatlichen, zivilgesellschaftlichen und privaten Sektoren wird durch den Ausbau von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft im Kampf gegen HIV&AIDS gestärkt.

HIV&AIDS Mainstreaming

Der multisektorale Ansatz verlangt von den beteiligten Akteuren und Entscheidungsträgern, HIV&AIDS in allen Phasen der Planung, Implementierung und Evaluierung aller Programme und Projekte zu berücksichtigen.

Kontakt

Dr. Bernd Appelt
Programm Manager
Multisektorales HIV&AIDS Präventionsprogramm

Deutsche Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Email: Bernd.Appelt@giz.de