loveLife: Jugendarbeit gegen AIDS
Die Gesamtzahl der Menschen, die in Südafrika mit HIV infiziert sind, ist weltweit die höchste. Nahezu jeder fünfte Einwohner im Alter zwischen 15 und 49 trägt das HI-Virus in sich. Seit 1999 setzt sich die DED-Partnerorganisation loveLife mit einem umfassenden Programm zur Stärkung und Förderung von Jugendlichen für die Bekämpfung von HIV&AIDS in Südafrika ein.
Anlaufstellen im ganzen Land
loveLife ist Südafrikas größte HIV-Präventionsorganisation. Sitz der loveLife-Zentrale mit über 100 Mitarbeitern ist Johannesburg. Hier beantworten 40 ausgebildete Berater im loveLife-Call Center Fragen zum Thema HIV&AIDS in den elf Landessprachen. Die kostenfreie Hotline wird von über 100.000 Anrufern pro Monat genutzt.
Im ganzen Land hat loveLife bisher 18 Jugendzentren aufgebaut. Diese Zentren befinden sich in Townships, informellen Siedlungen oft am Rande größerer Städte. Das Leben in den Townships ist geprägt von hoher Jugendarbeitslosigkeit, schlechten hygienischen Verhältnissen und mangelnder Strom- und Wasserversorgung. Die HIV-Ansteckungsrate ist überdurchschnittlich hoch. Daher klärt loveLife hier auf, fördert den Dialog und zeigt Perspektiven auf: In den Jugendzentren treiben die Jugendlichen Sport, tanzen, singen und spielen Theater. In Debattierclubs und über eigene Radiobeiträge können sie ihre Ausdrucksfähigkeit erproben und erweitern. Sie lernen ihre Fähigkeiten und Talente kennen, übernehmen Verantwortung und treffen eigenständige Entscheidungen.
HIV&AIDS-Aufklärung auf Augenhöhe
Geleitet werden die Aktivitäten in den Zentren von groundBreakern – Jugendliche, die Gleichaltrige über HIV&AIDS informieren. Jedes Jahr bildet loveLife 1.200 groundBreaker aus, die in ihrer Gemeinschaft eine wichtige Führungs- und Vorbildrolle übernehmen. Gemeinsam mit Freiwilligen (sog. Mpinshis) führen sie nicht nur an den Jugendzentren, sondern auch an Kirchen, Kliniken und über 2.500 Schulen Aufklärungs- und Weiterbildungsveranstaltungen durch. Die Themen umfassen Partnerschaft, Sexualität, Ansteckungsgefahren, Konfliktlösung, Familie und Ausbildung. Alles, was Jugendliche bewegt. Insgesamt sind rund 7.000 groundBreaker und Mpinshis im Land im Einsatz. loveLife erreicht mit ihnen in ganz Südafrika eine Million Jugendliche im Jahr.
Landesweite Medienkampagnen runden die Arbeit von loveLife ab. Über Fernsehen, Radio, den Printmedien und Internet animiert loveLife Jugendliche, ein gesundes und HIV-freies Leben zu führen.
Der Beitrag des DED
Seit 2008 unterstützt der DED die Arbeit von loveLife. Derzeit arbeiten drei DED-Fachkräfte in der Zentrale in Johannesburg. Sie beraten loveLife bei der Entwicklung von Trainings, der Ausbildung der groundBreaker und bei der Stärkung der eigenen Organisationsstrukturen. Durch die Einführung und Umsetzung von Monitoring- und Evaluierungsverfahren helfen sie loveLife, die Qualität der eigenen Arbeit zu sichern.
Der DED-Entwicklungshelfer Norbert Herrmann aus Berlin hat zum Beispiel ein Auswertungstool für die Anrufe im Call Center entwickelt. Nun kann nachgehalten werden, von wo die meisten Anrufe kommen, welche Altersgruppe den Service am häufigsten in Anspruch nimmt, welche Themen die Anrufer beschäftigen. Diese Auswertung hilft, die Arbeit zu beobachten und an die Bedürfnisse der Anrufer anzupassen.
Zwei weltwärts-Freiwillige unterstützen die Arbeit von loveLife im Jugendzentrum Luka bei Rustenburg und Steenbok im Osten des Landes.
Über ein Public Private Partnership (PPP) fördern der DED und die südafrikanische Industriegruppe Barloworld die Weiterentwicklung der loveLife-Präventionsstrategien.
Orange Farm: „Zentrum der Möglichkeiten“
Ayanda Dlamini ist 20 und arbeitet seit Januar 2010 als groundBreakerin im Jugendzentrum Orange Farm bei Johannesburg: „Durch loveLife bin ich viel selbstbewusster geworden. Ich habe gelernt, etwas aus meinem Leben zu machen, egal, auf welche Widerstände ich stoße. Nun gebe ich meine positive Energie an andere weiter und helfe ihnen, an sich zu glauben und die Chancen zu nutzen, die sich bieten.“ Unter den Jugendlichen wird Orange Farm auch das „Zentrum der Möglichkeiten“ genannt. Alle Aktivitäten von Computer- und Radiotraining bis Tanz, Gesang, Theater und Kochen werden mit Aufklärungsarbeit verknüpft. „Hier in Orange Farm ist jeder von HIV&AIDS betroffen. Wenn nicht direkt, dann indirekt über Familie oder Freunde. Umso wichtiger ist es, dass die Jugendlichen lernen, sich zu schützen und positiv mit der Krankheit zu leben,“ so Ayanda.
Kontakt DED Bonn
Deutscher Entwicklungsdienst (DED)
Miriam Fuß
Tulpenfeld 7
53113 Bonn
Tel.: +49 (0)228 2434 136
E-Mail: Miriam.Fuss@ded.de
Kontakt DED Südafrika
German Development Service (DED)
Christian Zange
P.O. Box 13630
Hatfield 0028, Pretoria
South Africa
Tel.: +27 (0)78 0267881
E-Mail: pr-zaf@ded.de
Herausgeber
Deutscher Entwicklungsdienst (DED) in Südafrika
Redaktion
Miriam Fuß und Carsten Habacker
Mai 2010