Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) existiert seit dem 14. November 1961 und ist zuständig für die Planung und Umsetzung der Entwicklungspolitik der Bundesregierung. Erster Bundesminister war Walter Scheel; seit 2009 ist Dirk Niebel Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (beide FDP).

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich die Rolle der Entwicklungspolitik verändert. Entwicklungszusammenarbeit wird heute als globale Struktur- und Friedenspolitik verstanden. Sie soll helfen, die weltweite Armut verringern, Krisen und Konflikte friedlich zu bewältigen, knappe Ressourcen gerechter zu verteilen und unsere Umwelt für die nächsten Generationen zu bewahren.

Um diese Ziele zu erreichen, muss Entwicklungspolitik auf verschiedenen Ebenen ansetzen. Daher sind Außen-, Handels-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik heute eng miteinander verknüpft. Die Aufgaben des Bundesentwicklungsministeriums sind dementsprechend vielfältig.

Gestaltung der Grundsätze deutscher Entwicklungspolitik

Das BMZ entwickelt die Leitlinien und Konzepte deutscher Entwicklungspolitik. Es bestimmt die langfristigen Strategien der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren und definiert die Regeln für ihre Durchführung. Aus dieser Grundsatzarbeit werden anschließend mit den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und mit den entwicklungspolitisch tätigen internationalen Organisationen gemeinsame Vorhaben entwickelt. Orientierung bieten dabei die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen. Sie enthalten unter anderem das ehrgeizige Ziel, bis 2015 die Armut in der Welt um die Hälfte zu reduzieren.

Akteure der bilateralen Zusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Partnerländern basiert auf zwei Säulen: Sie wird entweder vom deutschen Staat initiiert und organisiert oder von nicht-staatlichen Organisationen eigenverantwortlich gestaltet und durchgeführt.

Die staatliche Zusammenarbeit umfasst alle Vorhaben der Technischen Zusammenarbeit (TZ). Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist für die TZ mit den Partnerländern, für die Vorbereitung und Entsendung von Entwicklungshelfer/innen und für die Personalentwicklung und Weiterbildung zuständig. Fachkräfte für die Partnerländer werden durch das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelt.

Für die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) ist die verantwortliche Organisationen die KfW Entwicklungsbank (KfW) und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), eine 100prozentige Tochter der KfW Bankengruppe.

Die Arbeit der TZ sowie der FZ ist in Verträgen direkt mit den Regierungen der Partnerländer vereinbart wurden. Die Zusammenarbeit wird vollständig aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Die nicht-staatliche Zusammenarbeit wird von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen, wie beispielsweise politische Stiftungen oder Kirchen getragen und in eigener Verantwortung durchgeführt. Der Spektrum der Aufgaben einer nicht-staatlichen Organisation (NGO) ist im Gegenteil zur staatlichen Arbeit, die meist vom BMZ durch Schwerpunkte festgesetzt ist, weitläufiger und kann Landwirtschaftsarbeit bis über zu Flüchtlingsproblemen umfassen. Die Finanzierung dieser Zusammenarbeit setzt sich aus eigenen Leistungen der Trägerorganisationen und aus staatlichen Zuschüssen zusammen.

Durchführungsorganisationen

Das BMZ beauftragt die Durchführungsorganisationen mit der konkreten Umsetzung der entwicklungspolitischen Vorhaben der Bundesregierung.

Zu den Aufgaben dieser Organisationen gehören unter anderem:Existenzgründerkurs in Afghanistan

  • die Durchführung von Projekten der Finanziellen und der Technischen Zusammenarbeit

  • die Vorbereitung und Entsendung von deutschen Fachkräften und Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern

  • die berufliche Fortbildung von Fach- und Führungskräften aus den Partnerländern

Daneben gibt es weitere, auf einzelne Aufgaben spezialisierte, Durchführungsorganisationen der Technischen Zusammenarbeit, wie zum Beispiel die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) oder private Beratungsunternehmen, die in Deutschland überwiegend im Verband unabhängig beratender Ingenieure und Consultants (VBI) organisiert sind.

Für weitere Informationen, besuchen Sie den Internetauftritt des BMZ: http://www.bmz.de